“Es gibt nichts Gutes …”

Nahrungsmittel an die Kasseler Tafel schenken… Außer: Man tut es.”

Ein Zitat von Erich Kästner. Und diese Weisheit ist gerade in linken/sozialeren Kreisen etwas, was man sich viel mehr zu Herzen nehmen sollte.

Das ich heute also beim Stand der Kasseler Tafel eV. war, um dort Nahrungsmittel zu spenden – das passt zufällig und wird hier erwähnt, um ein wenig Werbung für die Tafel zu machen.

Worum es mir geht, ist das Allgemeinpolitische. Das sind die unzähligen Ausschüsse, Runden Tische, Gremien und politischen Gruppen die sich treffen, um, anders kann man es meist nicht sagen, Probleme auszutauschen. Wenn ich für jedes mal, dass ich den Schlusssatz “Gut, dann machen wir Schluss für heute und jeder überlegt sich mal zuhause, was wir da konkret machen könnten.” gehört hab einen Groschen gekriegt hätte …

Und es ist keineswegs so, dass die jeweils beteiligten Menschen es nicht gut meinen. Es ist die Grundannahme, die Struktur dieses Denkens, das mich zum Einen langsam wirklich nervt, zum Anderen dazu führt das so selten was rumkommt im sozialen Spektrum. Ein gutes Beispiel dafür sind die LehrerInnen, welche (und das werden mir die KollegInnen in der GEW hoffentlich verzeihen) in ihrem gewerkschaftlichen Auftreten die Jammerer der Nation sind. Glaubt ihr nicht? Dann schlagt doch mal die letzten Ausgaben eurer Mitgliedszeitung auf. Nichts als Meckern, Jammern und ein verschriftlicher Untergang des Abendlandes. Was fehlt sind politische Handlungsanweisungen und gemeinschaftliche Visionen von Bildung, oder wenigstens ein Bericht erfolgreicher politischer Arbeit durch Gewerkschafter. Als gutes Beispiel, sozusagen.

Dahinter stecken gut gemeinte Absichten, nämlich die der “optimalen Vorbereitung” und einem “basis-demokratischen Strukturidealismus”. In der Realität aber dreht man sich meist nur im Kreis, tauscht Probleme und immer wieder Probleme aus, genießt die soziale und linke Einigkeit – und nichts kommt bei herum. Das ist der Grund, warum ich immer gut vorbereitet in die Sitzungen gehe, die ich besuche. Denn wenn niemand etwas macht, und auch sonst keiner konkrete Handlungs-Ziele umsetzen will, dann geschieht in der Regel das, was der einzig Vorbereitete machen will. Ein basis-demokratisches Treffen, sprich eine Gruppe mit flachen Hierarchien, wird nämlich nicht automatisch aus ihrer puren Existenz heraus handlungsfähig – dazu braucht es immer noch das Individuum.

Während andere also noch darüber diskutieren wollen, ob und wie zum Beispiel die Beschäftigungsverhältnisse von wissenschaftlichen Hilfskräften an hessischen Universitäten verbessert werden könnten/sollten, bin ich mal so frech und schließe mich jenem losen Verbund an, der konkret was in Gänge geleitet hat. Liebe HiWi-Initiative an der Uni Kassel, die Mail mit meiner Berichtsauswertung liegt gleich in eurem Postfach Smile

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